Eine neue Forschungsagenda der Weltgesundheitsorganisation zu Gesundheit, Migration und Vertreibung

By | November 29, 2023

Jüngsten Schätzungen zufolge handelt es sich bei jedem achten Menschen, was etwa einer Milliarde Menschen weltweit entspricht, um Binnenvertriebene, Migranten oder Flüchtlinge.

Obwohl die Mobilität der Menschen größer ist als je zuvor, ist die Forschung zu den Gesundheitsbedürfnissen dieser Personen nicht umfassend, was die Ziele der Vereinten Nationen für nachhaltige Entwicklung und die Drei-Milliarden-Ziele untergräbt.

Als Reaktion auf diese Forschungslücke hat die Abteilung für Gesundheit und Migration der Weltgesundheitsorganisation (WHO) einen ersten Bericht dieser Art veröffentlicht, der als Fahrplan für den Aufbau integrativer und reaktionsfähiger Gesundheitssysteme für Vertriebene dienen soll.

Studieren: Globale Forschungsagenda zu Gesundheit, Migration und Vertreibung: Stärkung der Forschung und Umsetzung von Forschungsprioritäten in Politik und Praxis. Bildnachweis: Lumieist/Shutterstock.com

Ziele der neuen Forschungsagenda

Eines der Hauptziele der globalen Forschungsagenda besteht darin, die Forschung zu Flucht, Gesundheit und Migration als globale Priorität zu fördern und Forschungskapazitäten auszubauen. Ein weiteres Ziel besteht darin, die Wissensgenerierung für Maßnahmen und Politikformulierung zu stärken. Weitere Ziele der Forschungsagenda konzentrieren sich auf die Umsetzung der Forschung in die Politik und die Förderung der sektorübergreifenden Zusammenarbeit.

Schlüsselaspekte der globalen Forschungsagenda

Die neue Forschungsagenda skizziert Forschungsprioritäten für die nächsten fünf Jahre. Bemerkenswert ist, dass diese Agenda unter Einbeziehung von mehr als 180 Interessenvertretern aus verschiedenen Regionen mit Fachkenntnissen in den Bereichen Vertreibung, Migration und Gesundheit entwickelt wurde.

Genauer gesagt erstreckten sich diese Interessengruppen über lokale, regionale und nationale Gerichtsbarkeiten und arbeiteten in zivilgesellschaftlichen Organisationen (CSOs), der Wissenschaft und Organisationen der Vereinten Nationen. Diese Personen nahmen in den Jahren 2022 und 2023 an einer Reihe von Priorisierungsübungen und partizipativen Konsultationen teil.

Die Themen der Agenda werden in fünf Forschungsthemen definiert, die von Gesundheitsfinanzierungsmodellen über die Auswirkungen von Arbeits- und Lebensbedingungen bis hin zu universellen Gesundheitsversorgungsmodellen reichen. Das erste zentrale Thema der Untersuchung war die Erstellung von Erkenntnissen zur inklusiven allgemeinen Gesundheitsversorgung (UHC) und zur primären Gesundheitsversorgung (PHC) für Migranten, Vertriebene und Flüchtlinge.

Das zweite zentrale Thema der Forschung bestand darin, die Generierung von Wissen über die Einbeziehung von Vertriebenen, Migranten und Flüchtlingen in den Grad der Vorbereitung und Reaktion auf gesundheitliche Notfälle zu verbessern. Das dritte zentrale Thema bestand in der Erstellung sektorübergreifender Forschung mit dem Ziel, die Determinanten der Gesundheit von Flüchtlingen, Migranten und anderen Vertriebenen zu verstehen.

Beim vierten und fünften Forschungsthema geht es darum, mehr Informationen über zu wenig erforschte Gruppen zu sammeln und die Zusammenarbeit in der Forschung bzw. die Umsetzung von Erkenntnissen in die Politik zu stärken. Ein weiterer wichtiger Aspekt der Forschungsagenda ist die Aufnahme eines Toolkits und eines Umsetzungsleitfadens, die beide anpassbar sind und auf nationaler, regionaler und lokaler Ebene angewendet werden können.

Zielgruppe der Forschungsagenda und des Forschungsumfangs

Die Zielgruppe der Agenda ist breit gefächert, umfasst aber hauptsächlich Mitgliedstaaten der Vereinten Nationen, Nichtregierungsorganisationen (NGOs), CSOs, akademische Einrichtungen, Forscher, Forschungsförderer und internationale Organisationen. Die vorrangigen Forschungsthemen sind auf verschiedene geografische Regionen und Migrationskontexte anwendbar.

Die Agenda sollte als Rahmen für zukünftige Forschung und Priorisierung durch Organisationen der Vereinten Nationen und andere Organisationen umgesetzt werden. Diese Agenda deckt weder spezifische Themen für Flüchtlinge, Migranten oder vertriebene Bevölkerungsgruppen ab, noch geht sie auf bestimmte politische Kontexte, geografische Regionen oder Krankheitskategorien ein, die für bestimmte Migrationskontexte relevant sein könnten.

Es ist wichtig hervorzuheben, dass diese Probleme zur Eindämmung auf lokaler oder regionaler Ebene angepasst und ausgeweitet werden müssen. Der zusätzliche Implementierungsleitfaden und das Toolkit, die der Forschungsagenda beiliegen, sollen bei dieser Anpassung hilfreich sein.

Warum ist es wichtig?

Die Veröffentlichung dieser Forschungsagenda ist ein wichtiger Schritt, da damit die Forschungsbemühungen und -investitionen zunehmen sollen, die letztendlich die oft dringenden Gesundheitsbedürfnisse der Vertriebenen verbessern werden. Darüber hinaus soll diese Agenda dazu beitragen, dass Forschungsergebnisse rasch in die Formulierung und Planung politischer Maßnahmen durch die Mitgliedstaaten und Organisationen der Vereinten Nationen umgesetzt werden.

Die Agenda sollte es allen interessierten Parteien auch ermöglichen, Wissenslücken auf lokaler, regionaler und nationaler Ebene zu erkennen. Dies sollte es politischen Entscheidungsträgern ermöglichen, reaktionsfähigere und integrativere Gesundheitssysteme für Vertriebene, Migranten und Flüchtlinge zu entwickeln.

Tagebuchreferenz:

  • Globale Forschungsagenda zu Gesundheit, Migration und Vertreibung: Stärkung der Forschung und Umsetzung von Forschungsprioritäten in Politik und Praxis. Genf: Weltgesundheitsorganisation; 2023. Lizenz: CC BY-NCSA 3.0 IGO. Zugriff unter: https://www.who.int/publications/i/item/9789240082397.

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