Erkundung der Grenzen der Elektroanalgesie

By | December 1, 2023

Diese Geschichte ist Teil einer Serie über die aktuelle Entwicklung der Regenerativen Medizin. In diesem Artikel werden Fortschritte in der Elektrotherapie erörtert.

1999 habe ich regenerative Medizin als eine Reihe von Eingriffen definiert, die die normale Funktion von Geweben und Organen wiederherstellen, die durch Krankheiten geschädigt, durch Traumata verletzt oder durch die Zeit abgenutzt wurden. Ich beziehe das gesamte Spektrum chemischer, genetischer und proteinbasierter Medikamente, Zelltherapien und biomechanischer Interventionen ein, die dieses Ziel erreichen.

Chronische Schmerzen gehören zu den häufigsten Krankheiten in den Vereinigten Staaten und betreffen etwa 100 Millionen amerikanische Erwachsene. Chronischer Schmerz oder anhaltender Schmerz, der drei Monate oder länger anhält, ist eine primäre Erkrankung und auch eine häufige Nebenwirkung anderer chronischer Erkrankungen. Dieser Massenschmerz schürt die anhaltende Opioid-Epidemie und spielt eine Rolle bei arbeitsbedingter Arbeitslosigkeit, Armut und Obdachlosigkeit.

Da es sich um ein so großes Hindernis in unserem Gesundheitssystem handelt, müssen alle Anstrengungen unternommen werden, um Möglichkeiten zur Behandlung chronischer Schmerzen und zur Eindämmung der Epidemie zu untersuchen.

In den letzten Jahren hat sich die Elektroanalgesie oder Elektrotherapie als vielversprechende potenzielle Medizin herausgestellt. Die Elektroanalgensie reicht Jahrtausende zurück und reicht bis in die griechisch-römische Zeit von Aristoteles und Plutarch zurück. Dabei handelt es sich um präzise elektrische Impulse, die auf bestimmte Nervenenden gerichtet sind, die an der Schmerzaufnahme beteiligt sind.

In einer aktuellen Rezension für Das neue englische Journal of MedicineThomas J. Smith und Kollegen von der Johns Hopkins School of Medicine untersuchten zwei Formen der Elektroanalgensie: TENS-Therapie und Scrambler-Therapie. Hier werde ich ihre Rezension analysieren und die möglichen Auswirkungen dieser Therapien diskutieren.

Bevor wir die Besonderheiten der TENS- und Scrambler-Therapie besprechen, müssen wir zunächst die Grundlagen der kutanen Elektroanalgesie verstehen, bei der es sich um die Anwendung elektrischer Stimulation auf der Haut handelt. Wenn wir Schmerzen verspüren, signalisieren Nervenrezeptoren dem Gehirn, dass etwas nicht stimmt oder beschädigt ist. Diese Rezeptoren, sogenannte Nozizeptoren, werden unter anderem durch Druck, Hitze und chemische Reize aktiviert. Chronischer Schmerz ist die ständige Überstimulation der Nozizeptoren.

Bei der kutanen Elektroanalgesie werden überlastete Nozizeptoren in der Haut mit Strom versorgt, um die an das Gehirn übertragenen Schmerzsignale zu neutralisieren. Die Technik ist völlig nicht-invasiv, d. h. es sind keine Nadeln, Operationen oder Narben erforderlich, sodass sich der Patient wohl fühlt. Nicht-invasive Techniken sind außerdem kostengünstiger, wodurch die Elektroanalgesie für alle chronischen Schmerzpatienten zugänglicher wird.

Die transkutane elektrische Nervenstimulation (TENS) ist eine traditionellere Elektroanalgesie-Behandlung als die Scrambler-Therapie. Dabei handelt es sich um ein TENS-Gerät, das über gezielte Stellen auf der Haut elektrische Stimulationen abgibt. Ziel ist es, zu verhindern, dass Signale die Nervenzentren verlassen und das Gehirn erreichen.

Die Scrambler-Therapie hingegen verfolgt einen anderen Ansatz. Anstatt zu verhindern, dass Signale das Gehirn erreichen, liefert eine Kodierungseinheit elektrische Impulse, die künstliche Signale an das Gehirn übertragen. Diese synthetischen Signale zielen auf dieselbe Region des Gehirns ab, die echte Schmerzsignale verarbeitet, wodurch eingehende Daten effektiv verschlüsselt und die Schmerzwahrnehmung verringert werden.

Die Scrambler-Therapie führt zu besseren Ergebnissen als ihr TENS-Pendant. Von Smith und Kollegen überprüfte Studien zeigen, dass das Scrambler-System im Laufe der Zeit eine Wirksamkeit von 80–90 % bei der Reduzierung chronischer Schmerzsymptome aufweist. Die Einführung von Encodersignalen reduziert die Schmerzen während laufender Behandlungszyklen, und es wurde dokumentiert, dass die langfristige Schmerzreduktion noch Monate oder sogar Jahre nach der Encoderbehandlung anhält. TENS hingegen erfordert eine fortlaufende Behandlung, um eine anhaltende Schmerzlinderung zu erreichen.

Allerdings ist die TENS-Behandlung die günstigere von beiden. Der Hauptvorteil besteht darin, dass die TENS-Behandlung in der Regel selbst verabreicht wird und nur 20 US-Dollar kostet, sodass jeder, der Zugang zum System hat, bei Bedarf eine Behandlung erhalten kann. Ein Mischgerät kann mehr als 65.000 US-Dollar kosten und muss von einem Fachmann verwaltet werden, was die Behandlung deutlich teurer und zeitlich weniger flexibel macht.

Beide Behandlungen haben die typischen minimalen Nebenwirkungen, die man von einer Elektrotherapie erwarten würde, einschließlich Muskelschmerzen, Müdigkeit und Hautreizungen, es wurden jedoch keine mittelschweren oder schweren Reaktionen berichtet.

Wie sollen wir dann mit der Entwicklung und Implementierung dieser Behandlungen im US-amerikanischen Gesundheitssystem fortfahren?

Ungefähr drei Millionen US-Bürger kämpfen mit Opioidabhängigkeit, die meisten von ihnen sind verarmt. Meiner Meinung nach ist das TENS-System das unmittelbare Pflaster, das in der Situation angewendet werden muss. Obwohl es nicht so effektiv ist wie das Scrambler-System, ist es viel billiger und für die Menschen zugänglich, die es am meisten brauchen.

In der Zwischenzeit sollten wir das Codierungssystem weiterentwickeln und die Kosten des Geräts senken, um Amerikanern mit niedrigem und mittlerem Einkommen den Zugang zu ihren Vorteilen zu ermöglichen. Wenn der Mischer letztendlich so optimiert werden kann, dass er wie beim TENS-System zugänglich und selbstverabreichbar ist, wären die langfristigen Vorteile der Linderung chronischer Schmerzen für Millionen von Menschen zahlreich.

Weitere Informationen zu dieser Serie finden Sie unter www.williamhaseltine.com

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