Laut Studie ist finanzieller Stress mit schlechterer biologischer Gesundheit verbunden

By | January 22, 2024

Finanzieller Stress

Bildnachweis: Unsplash/CC0 Public Domain

Laut einer neuen Studie von UCL-Forschern ist die biologische Gesundheit von Menschen, die stressige Lebensereignisse oder -umstände erleben, mit größerer Wahrscheinlichkeit schlechter, wie Biomarker zeigen, die am Zusammenspiel unseres Immun-, Nerven- und Hormonsystems beteiligt sind.

Die Studie, veröffentlicht in der Zeitschrift Gehirn, Verhalten und Immunitätfanden heraus, dass nicht nur große Stresserlebnisse wie Trauer, sondern auch chronische Herausforderungen wie finanzielle Belastungen dem gesunden Zusammenspiel dieser Systeme abträglich waren.

Die Kommunikation zwischen unserem Immun-, Nerven- und Hormonsystem ist für die Aufrechterhaltung einer guten Gesundheit notwendig. Eine Störung dieser Prozesse ist mit einer Vielzahl geistiger und körperlicher Erkrankungen verbunden, von Herz-Kreislauf-Erkrankungen bis hin zu Depressionen und Schizophrenie.

Wenn eine Bedrohung wie Stress auftritt, werden Signale zwischen dem Immun-, Nerven- und Hormonsystem aktiviert und stimulieren physiologische und Verhaltensänderungen.

In dieser neuen Studie analysierten Forscher die Blutkonzentrationen von vier Biomarkern bei 4.934 Personen ab 50 Jahren, die an der English Longitudinal Study of Aging teilnahmen. Zwei davon waren Proteine, die an der angeborenen Immunantwort auf Entzündungen beteiligt sind (C-reaktives Protein und Fibrinogen), und zwei waren Hormone, die an der Physiologie der Stressreaktion beteiligt waren (Cortisol und IGF-1).

Das Team nutzte eine hochentwickelte statistische Technik, die Latent-Profil-Analyse, um Cluster von Biomarker-Aktivitäten zu identifizieren. Drei Gruppen wurden identifiziert und als geringes Gesundheitsrisiko, mittleres Risiko und hohes Risiko eingestuft. Anschließend untersuchten die Forscher, wie sich eine frühe Belastung durch stressige Umstände auf die Wahrscheinlichkeit auswirken kann, dass Menschen einer Hochrisikogruppe angehören.

Sie fanden heraus, dass die Belastung durch belastende Umstände im Allgemeinen, von der Arbeit als informelle Pflegeperson bis zum Erleben eines Trauerfalls oder einer Scheidung in den letzten zwei Jahren, mit einer um 61 % höheren Wahrscheinlichkeit verbunden war, vier Jahre später zur Hochrisikogruppe zu gehören.

Unabhängig davon war der Effekt auch kumulativ, da die Wahrscheinlichkeit, zur Hochrisikogruppe zu gehören, für jeden erlebten Stressor für diejenigen, die mehr als einen stressauslösenden Umstand erlebten, um 19 % stieg.

Menschen, die nur über finanzielle Schwierigkeiten berichteten – die Wahrnehmung, dass sie möglicherweise nicht über genügend finanzielle Mittel verfügen, um ihre zukünftigen Bedürfnisse zu decken –, gehörten vier Jahre später mit einer um 59 % höheren Wahrscheinlichkeit zur Hochrisikogruppe.

Hauptautorin, Doktorandin Odessa S. Hamilton (UCL Institute of Epidemiology and Healthcare), sagte: „Wenn das Immun- und das neuroendokrine System gut zusammenarbeiten, bleibt die Homöostase erhalten und die Gesundheit bleibt erhalten. Aber chronischer Stress kann diese biologische Störung stören.“ austauschen und zu Krankheiten führen.

„Wir haben herausgefunden, dass sich finanzieller Stress sehr nachteilig auf die biologische Gesundheit auswirkt, obwohl weitere Untersuchungen erforderlich sind, um dies mit Sicherheit zu belegen.“ Das liegt möglicherweise daran, dass diese Form von Stress viele Aspekte unseres Lebens beeinträchtigen und zu familiären Konflikten, sozialer Ausgrenzung und sogar Hunger oder Obdachlosigkeit führen kann.“

Dauerhafter Stress kann die Kommunikation zwischen dem Immunsystem und dem neuroendokrinen System stören. Dies liegt daran, dass unsere Reaktion auf Stress unserer Reaktion auf Krankheit ähnelt und einige der gleichen Signalwege aktiviert (beispielsweise lösen beide Reaktionen die Produktion von Signalen des Immunsystems aus, die als proinflammatorische Zytokine bezeichnet werden).

Die Forscher untersuchten auch genetische Varianten, von denen zuvor festgestellt wurde, dass sie unsere immunneuroendokrine Reaktion beeinflussen, und stellten fest, dass der Zusammenhang zwischen stressigen Lebensumständen und der Zugehörigkeit zur Hochrisikogruppe vier Jahre später unabhängig von der genetischen Veranlagung weiterhin besteht.

Mehr Informationen:
Odessa S. Hamilton et al., Immunneuroendokrine Muster und Reaktion auf Stress. Eine latente Profilanalyse in der englischen Längsschnittstudie zum Altern, Gehirn, Verhalten und Immunität (2023). DOI: 10.1016/j.bbi.2023.11.012

Zur Verfügung gestellt vom University College London

Zitat: Finanzieller Stress ist mit schlechterer biologischer Gesundheit verbunden, findet Studie (2024, 22. Januar), abgerufen am 22. Januar 2024 von https://medicalxpress.com/news/2024-01-financial-stress-linked-worse-biological.html

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