Studienergebnisse zeigen, dass Depressionen mit veränderten Gehirnreaktionen auf verschiedene Arten von Gesten verbunden sind

By | December 31, 2023

Eine neue Studie hat ergeben, dass Menschen mit Depressionen beim Beobachten von Gesten eine andere Gehirnaktivität zeigen als Menschen ohne Depression. Die Studie, veröffentlicht in Psychiatrische Forschung: Neuroimagingfanden außerdem heraus, dass die Art und Bedeutung von Gesten die Gehirnreaktionen beeinflusst.

Gesten sind Bewegungen der Arme und Hände, die Informationen oder Emotionen vermitteln. Sie können „instrumentell“ (Anweisungen geben, z. B. Zeigen) oder „ausdrucksstark“ (innere Gefühle ausdrücken, z. B. Klatschen) sein. Gesten können auch eine positive Bedeutung (z. B. Daumen hoch) oder eine negative Bedeutung (z. B. erhobener Mittelfinger) haben.

Frühere Untersuchungen haben gezeigt, dass Menschen mit Depressionen, einer häufigen psychischen Störung, die sich auf die Stimmung und das soziale Funktionieren auswirkt, Vorurteile bei der Erkennung und Interpretation von Gesten haben. Allerdings ist wenig darüber bekannt, wie das Gehirn Gesten bei Depressionen verarbeitet und welche spezifischen Gehirnbereiche dafür wichtig sind.

Um diese Lücke zu schließen, rekrutierte das Forschungsteam unter der Leitung von Mathilde Sijtsma von der Universität Glasgow 12 Personen mit Depressionen (Durchschnittsalter 33 Jahre) und 12 Kontrollpersonen, deren Alter und biologisches Geschlecht übereinstimmen.

Sijtsma und Kollegen verwendeten die funktionelle Magnetresonanztomographie (fMRT), eine Technik, die die Gehirnaktivität misst, indem sie Veränderungen im Blutfluss erkennt. Das fMRT-Gerät scannte die Gehirne der Teilnehmer, während sie einen Bildschirm betrachteten, auf dem kleine Animationen von Strichmännchen zu sehen waren, die verschiedene Gesten ausführten, die instrumental oder ausdrucksstark sowie positiv oder negativ waren.

Diese Puppen bestanden aus hellen Punkten an den Hauptgelenken, die durch Linien verbunden waren, was die Darstellung menschlicher Bewegungen ermöglichte und gleichzeitig störende Informationen wie Gesichtsausdrücke und Körperform minimierte.

Nach der Analyse stellten die Forscher fest, dass Personen mit Depression im Vergleich zu Kontrollpersonen im Allgemeinen eine größere Aktivität im rechten Claustrum aufwiesen, einer Region des Gehirns, die an der Integration sensorischer, motorischer (Bewegung) und emotionaler Informationen beteiligt ist. Dies deutet darauf hin, dass Menschen mit Depressionen möglicherweise mehr Anstrengung und Aufmerksamkeit benötigen, um verschiedene Arten von Informationen bei der Wahrnehmung von Gesten zu verarbeiten.

Darüber hinaus war das Betrachten instrumenteller Gesten mit einer größeren Aktivität im linken Cuneus und im linken oberen Schläfengyrus verbunden als das Betrachten ausdrucksstarker Gesten. Diese Bereiche des Gehirns sind an der visuellen Verarbeitung und der Wahrnehmung von Bewegung beteiligt. Sijtsma und Kollegen stellen fest, dass diese Aktivierung möglicherweise mit „selbstbevorzugenden Vorurteilen“ zusammenhängt, da „instrumentelle Gesten explizit einen Beobachter ansprechen, wohingegen ausdrucksstarke Gesten darauf hinweisen.“ [someone else’s emotional] Zustand. Menschen verarbeiten selbstrelevant [information] vorzugsweise, was darauf hindeutet, dass instrumentelle Gesten mehr Aufmerksamkeit erregten.“

Die Forscher fanden außerdem heraus, dass die Wahrnehmung negativer Gesten mit einer größeren Aktivität im rechten Precuneus und rechten Gyrus lingualis verbunden war als die Wahrnehmung positiver Gesten. Es wurde festgestellt, dass beide Strukturen an der Wahrnehmung von Gesten beteiligt sind, und die Autoren der Studie vermuteten, dass die erhöhte Aktivität möglicherweise durch eine mentale Voreingenommenheit gegenüber negativen Situationen erklärt werden könnte.

Schließlich fanden die Forscher heraus, dass die Wahrnehmung negativer Instrumentalgesten mit einer größeren Aktivität in mehreren Regionen des Gehirns verbunden war als die Wahrnehmung positiver Instrumentalgesten oder Ausdrucksgesten (sowohl positive als auch negative). Konkret handelte es sich bei diesen Hirnregionen um den rechten Precuneus, den rechten Gyrus lingualis, den rechten parazentralen Läppchen, den linken Gyrus cinguli, den rechten Hirnstamm und die linke Deklination. Zusammen sind sie neben der Wahrnehmung biologischer Bewegung auch mit emotionaler und sozialer Verarbeitung verbunden.

Das Studienteam erklärte dieses Phänomen, „für die [depressed] Die Gruppe dieser Regionen würde insbesondere für negative Instrumentalgesten aktiviert, wie zum Beispiel „Nein, du liegst falsch“, „Tu das nicht“, „Wie spät nennst du das?“ wobei die Möglichkeit besteht, dass sich ein Betrachter durch die Strichmännchen-Animation subjektiv gerügt fühlt. Eine solche subjektive Interpretation ist weder für positive oder negative Ausdrucksgesten noch für positive instrumentelle Gesten ohne weiteres verfügbar.“

Die Studie weist einige Einschränkungen auf, wie z. B. die geringe Stichprobengröße, Unterschiede im Medikamentenkonsum bei Teilnehmern mit Depressionen sowie die Verwendung von Puppen anstelle der Darstellung von Gesten bei vollem Licht, was dazu führte, dass einige Details weggelassen wurden, z. B. Hand- und Fingergesten.

Die Studie „Major Depression and the Perception of Instrumental and Expressive Affective Gestures: An fMRI Investigation“ wurde von Mathilde Sijtsma, Dominic Marjoram, Helen L. Gallagher, Madeleine A. Grealy, David Brennan, Christopher Mathias, Jonathan Cavanagh und Frank verfasst E. Pollick.

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